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Recht & DatenschutzAktualisiert: 9 Min Lesezeitvon TRIUM

Barrierefreie Website für KMU in Österreich: Was giltAccessible Website for Austrian SMEs: What Applies

Das Barrierefreiheitsgesetz gilt seit 28. Juni 2025, trifft aber nicht jede Website: Kleinstunternehmen mit Dienstleistungen sind ausgenommen. Hier steht, wer betroffen ist und was Sie praktisch tun können.Austria's Accessibility Act has applied since 28 June 2025, but not to every website: micro-enterprises providing services are exempt. Here is who is affected and what you can do in practice.

Titelbild: Barrierefreie Website für KMU in Österreich: Was gilt – TRIUM Marketing Agentur Wien

Seit dem Sommer 2025 fragen viele Betriebe: Muss meine Website jetzt barrierefrei sein? Die ehrliche Antwort: Es kommt auf Ihr Angebot und Ihre Größe an. Für viele KMU gilt die Pflicht nicht, Barrierefreiheit lohnt sich trotzdem.

Was das Barrierefreiheitsgesetz seit 28. Juni 2025 regelt

Das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG, BGBl. I Nr. 76/2023) ist am 28. Juni 2025 in Kraft getreten. Es legt verbindliche Anforderungen für bestimmte Produkte und Dienstleistungen fest, damit Menschen mit Behinderungen sie selbstbestimmt nutzen können. Das steht in § 1 und § 37 des Gesetzestexts im Rechtsinformationssystem des Bundes. Die WKO nennt als Grundlage die europäische Richtlinie 2019/882 (WKO, Barrierefreiheitsgesetz im E-Commerce).

Wichtig ist der Zuschnitt: Das BaFG ist kein allgemeines Webseiten-Gesetz. § 2 zählt auf, welche Produkte und Dienstleistungen erfasst sind, etwa Bankdienstleistungen, elektronische Kommunikationsdienste, E-Books und eben Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr. Letztere definiert § 3 Z 27 als elektronisch erbrachte Ferndienstleistungen, die auf individuelle Anfrage eines Verbrauchers im Hinblick auf den Abschluss eines Verbrauchervertrags über Websites oder Mobilgeräte angeboten werden.

Nach Angabe der WKO betrifft das insbesondere Webshops, Buchungsportale und Online-Terminbuchungs-Tools. Das gilt laut WKO auch dann, wenn die gebuchte Leistung selbst nicht unter das Gesetz fiele. Wer also auf der eigenen Website Termine für Verbraucher buchbar macht, sollte genauer hinsehen (mehr zur Technik dahinter in unserem Beitrag zur Online-Terminbuchung für Praxen).

Gilt das für Ihre Website? Die Ausnahme für Kleinstunternehmen

Zwei Fragen entscheiden meist: Wen sprechen Sie an, und wie groß ist Ihr Unternehmen? Das Gesetz gilt für Dienstleistungen, die für Verbraucher erbracht werden (§ 2 Abs. 2). Reine B2B-Angebote fallen nach diesem Wortlaut nicht darunter. Und Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind nach § 6 Abs. 1 von den Anforderungen und allen damit verbundenen Verpflichtungen ausgenommen.

Als Kleinstunternehmen gilt nach § 3 Z 19, wer weniger als zehn Personen beschäftigt und entweder höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz erzielt oder höchstens 2 Millionen Euro Jahresbilanzsumme hat. Beide Bedingungen zusammen, nicht nur eine. Das Sozialministerium bestätigt diese Definition und die Ausnahme auf seiner Themenseite zum Barrierefreiheitsgesetz.

Entscheidungshilfe: Gilt das BaFG für Ihre Website?Zwei Fragen führen zum Ergebnis. Bietet ein Unternehmen Verbrauchern online einen Shop, eine Buchung oder ein Abo an? Wenn nein, ist die Dienstleistung nach dem Wortlaut nicht erfasst. Wenn ja: Ist es ein Kleinstunternehmen, ist es ausgenommen, sonst gelten die Barrierefreiheitsanforderungen.Frage 1Bieten Sie Verbrauchernonline einen Shop, eineBuchung oder ein Abo an?Frage 2Unter 10 BeschäftigteUND bis 2 Mio. € Umsatzoder Bilanzsumme?Ergebnis: PflichtWebsite, Shop undBuchungstool müssenbarrierefrei sein;Infos nach § 14.JaNeinNeinJaErgebnisNach dem Wortlaut nichterfasst. Im ZweifelBehörde oder WKO fragen.ErgebnisAls Dienstleister vonden Anforderungenausgenommen (§ 6).
Vereinfachte Darstellung nach § 2, § 3 Z 19 und Z 27, § 6 und § 14 BaFG (RIS, BGBl. I Nr. 76/2023). Keine Rechtsberatung.
Ihre SituationEinordnung nach Gesetzeswortlaut und WKO
Webshop für Verbraucher, Unternehmen mit 10 oder mehr BeschäftigtenVoraussichtlich erfasst. Anforderungen und Informationspflichten gelten.
Webshop für Verbraucher, KleinstunternehmenAls Dienstleistungserbringer ausgenommen (§ 6). Die WKO rät dennoch zur frühen Umsetzung, weil spätere Umbauten wahrscheinlich aufwendiger sind.
Online-Terminbuchung für Verbraucher, mittelgroßer BetriebLaut WKO erfasst, auch wenn die Leistung selbst nicht unter das Gesetz fiele.
Nur B2B-Angebot, keine VerbraucherverträgeDas Gesetz spricht von Dienstleistungen für Verbraucher. Nach dem Wortlaut nicht erfasst.
Informationsseite ohne Bestell- oder BuchungsfunktionDie Definition setzt den Abschluss eines Verbrauchervertrags voraus. Im Zweifel prüfen lassen.
Öffentliche EinrichtungHier gilt das Web-Zugänglichkeits-Gesetz (WZG), nicht das BaFG (laut WKO).

Wo die Ausnahme endet

Die Ausnahme ist kein Freibrief für jeden kleinen Betrieb. Wer Produkte herstellt oder vertreibt, die im Gesetz genannt sind, fällt unter andere Regeln; für Kleinstunternehmen mit Produkten sieht das Gesetz nur Erleichterungen vor. Wächst Ihr Unternehmen über die Schwellen hinaus, greift die Ausnahme nicht mehr. Dazu kommt, dass die WKO ausdrücklich auf das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz (BGStG) hinweist, das weiterhin zu beachten ist.

Es gibt außerdem einen schlichten Business-Grund: Eine Website, die sich mit Tastatur, Screenreader oder großer Schrift bedienen lässt, ist für alle leichter zu nutzen. Das gehört zu einer mobile-first-Website für KMU verstehen.

WCAG und EN 301 549: Woran Sie sich halten

Das BaFG selbst nennt keine Webstandards im Detail. Es gilt aber eine Konformitätsvermutung: Entspricht ein Angebot harmonisierten Normen, deren Fundstellen im Amtsblatt der EU veröffentlicht wurden, wird die Konformität vermutet (§ 5 Abs. 1). Die WKO schreibt dazu, dass in der Praxis auf die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) des W3C zurückgegriffen wird und ein Großteil der Klauseln der EN 301 549 mit den Kriterien der WCAG 2.2 identisch ist.

Beim Stand der Norm lohnt ein genauer Blick, denn er hat sich gerade verschoben. Laut AccessibleEU, einem Angebot der Europäischen Kommission, wurde im September 2026 die EN 301 549 v4.1.1 veröffentlicht, die WCAG 2.2 statt 2.1 zugrunde legt. Rechtlich maßgeblich bleibt aber bis zur formellen Zitierung im Amtsblatt die Version 3.2.1 von 2021, die auf WCAG 2.1 Level AA beruht (AccessibleEU, 7. September 2026).

Für Ihre Praxis heißt das: Orientieren Sie sich an WCAG 2.2 Level AA (W3C-Empfehlung vom 12. Dezember 2024). Das deckt die Anforderungen von 2.1 AA ab und entspricht der erkennbaren Richtung. Eine Garantie, dass damit jede behördliche Prüfung bestanden ist, folgt daraus nicht.

Die häufigsten Fehler sind die einfachsten

Die WebAIM-Studie wertet jedes Jahr eine Million Startseiten automatisch aus. In der Ausgabe 2026 hatten 95,9 % der Seiten erkennbare WCAG-Fehler, und 96 % aller gefundenen Fehler fielen in nur sechs Kategorien. Diese sechs sind seit sieben Jahren dieselben.

Häufigste automatisch erkannte Barrierefreiheitsfehler 2026Balkendiagramm. Anteil der untersuchten Startseiten mit dem jeweiligen Fehler laut WebAIM Million 2026: Text mit zu wenig Kontrast 83,9 Prozent, Bilder ohne Alternativtext 53,1 Prozent, Formularfelder ohne Beschriftung 51 Prozent, leere Links 46,3 Prozent, leere Buttons 30,6 Prozent, fehlende Dokumentsprache 13,5 Prozent.Anteil der Startseiten mit diesem FehlerText mit zu wenig Kontrast83,9 %Bilder ohne Alternativtext53,1 %Formularfelder ohne Label51 %Leere Links46,3 %Leere Buttons30,6 %Seitensprache fehlt13,5 %Untersucht: 1.000.000 Startseiten, Februar 2026.
Quelle: WebAIM, The WebAIM Million 2026 (Daten vom Februar 2026). Es sind nur automatisch erkennbare Fehler erfasst; der tatsächliche Wert liegt eher höher.

Das ist eine gute Nachricht für kleine Betriebe. Sie müssen nicht alles auf einmal lösen, um den größten Teil der Barrieren zu beseitigen. WebAIM selbst weist darauf hin, dass automatische Werkzeuge Grenzen haben und eine fehlerfreie Auswertung keine Konformität belegt. Ein Scan ersetzt also keinen Test von Hand.

Praxisschritte: Kontrast, Alt-Texte, Tastatur und mehr

Die folgende Reihenfolge hat sich bewährt, weil jeder Schritt wenig Aufwand verursacht und viel Wirkung hat. Die Kriterien stammen aus WCAG 2.2.

1. Kontrast prüfen

Text braucht gegenüber dem Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1, großer Text mindestens 3:1 (Erfolgskriterium 1.4.3, Level AA). Prüfen Sie Fließtext, Buttons, Formularbeschriftungen und Text auf Bildern. Hellgrauer Text auf Weiß und weißer Text auf Gold sind die Klassiker.

2. Alternativtexte schreiben

Jedes Bild mit Aussage braucht einen Textersatz, der denselben Zweck erfüllt (1.1.1, Level A). Beschreiben Sie, was das Bild leistet, nicht nur, was darauf zu sehen ist. Rein dekorative Bilder erhalten ein leeres Alt-Attribut, damit Screenreader sie überspringen. Ein Bild als Link braucht einen Text, der das Linkziel benennt.

3. Per Tastatur bedienen

Alle Funktionen müssen ohne Maus nutzbar sein (2.1.1, Level A), und der Fokus muss sichtbar sein (2.4.7, Level AA). Drücken Sie auf Ihrer Seite die Tab-Taste und gehen Sie Menü, Formular, Terminbuchung und Cookie-Banner durch. Sehen Sie nie, wo Sie gerade sind, oder kommen Sie nicht aus einem Fenster heraus, haben Sie einen Fehler gefunden. Mehr zum Banner finden Sie im Beitrag über den Cookie-Banner für KMU-Websites.

4. Formulare beschriften

Jedes Eingabefeld braucht eine zugeordnete Beschriftung (3.3.2, Level A). Laut WebAIM waren 33,1 % der Formularfelder auf den untersuchten Startseiten nicht korrekt beschriftet. Ein Platzhaltertext im Feld ersetzt kein Label, weil er beim Tippen verschwindet.

5. Klickziele, Sprache, Überschriften

Klickbare Elemente sollen mindestens 24 mal 24 CSS-Pixel groß sein oder genug Abstand haben (2.5.8, neu in WCAG 2.2). Die Sprache der Seite gehört im HTML angegeben (3.1.1). Überschriften sollten die Gliederung abbilden, weil Screenreader-Nutzer darüber navigieren.

6. Drittanbieter-Tools prüfen

Terminbuchung, Zahlungsmodul und Cookie-Banner stammen oft von Dritten. Das Gesetz nimmt Inhalte von Dritten nur aus, wenn Sie diese weder finanzieren noch entwickeln noch kontrollieren (§ 2 Abs. 3 Z 4). Ein Tool, das Sie selbst auswählen und einbinden, ist damit nicht automatisch außen vor. Fragen Sie den Anbieter nach seinen Angaben zur Barrierefreiheit, bevor Sie sich festlegen.

Wenn Sie wissen möchten, wo Ihre Seite steht, hilft der kostenlose Website-Check für KMU als erster Selbsttest. Er ersetzt keine formale Prüfung nach WCAG.

Pflichtinformationen, Meldung und Sanktionen

Wer vom Gesetz erfasst ist, muss mehr tun, als die Seite umzubauen. Nach § 14 Abs. 2 sind Informationen nach Anlage 3 zu erstellen und der Allgemeinheit bereitzustellen. Die WKO beschreibt als Inhalt eine allgemeine Dienstleistungsbeschreibung, die Darstellung, wie die Anforderungen erfüllt werden, und eine Liste nicht barrierefreier Teile samt Begründung. Diese Angaben gehören gut sichtbar auf die Website, ähnlich wie das Impressum (siehe Pflichtangaben für Impressum und Datenschutz).

Stellt ein Dienstleister fest, dass sein Angebot die Anforderungen nicht erfüllt, muss er das nach § 14 Abs. 4 unverzüglich dem Sozialministeriumservice melden und die Korrekturmaßnahmen darlegen. Meldungen gehen laut Sozialministeriumservice per E-Mail ein; die unterlassene Meldung ist nach dieser Seite eine Verwaltungsübertretung mit einer Geldstrafe bis zu 16.000 €.

Bei den Sanktionen nennt das Gesetz in § 36 Geldstrafen bis zu 80.000 € für den Verstoß gegen die Anforderungen. Wird die Übertretung von einem Kleinstunternehmen oder einem kleinen und mittleren Unternehmen begangen, liegt der Rahmen bei bis zu 50.000 €. Vor einer Strafe steht aber zunächst ein anderer Schritt: Stellt der Sozialministeriumservice einen Mangel fest, fordert er den Dienstleister nach § 28 auf, innerhalb einer angemessenen Frist Korrekturmaßnahmen zu treffen. Zu den Übergangsfristen weist die WKO ausdrücklich darauf hin, dass der Betrieb eines Webshops selbst nicht unter die Übergangsfrist fällt, bestehende Webshops also schon seit 28. Juni 2025 erfasst sein können.

Wann das nicht passt

Nicht jeder Betrieb braucht jetzt ein Barrierefreiheitsprojekt. Wenn Sie ein Kleinstunternehmen sind, überwiegend B2B arbeiten oder nur eine reine Informationsseite betreiben, gibt es nach dem Gesetzeswortlaut keine unmittelbare Pflicht. Dann reichen oft die Schritte aus dem Praxisteil, die Sie nebenbei bei Ihrem nächsten Relaunch umsetzen (siehe Checkliste für den Website-Relaunch).

Ebenso gilt: Dieser Beitrag ordnet ein, er prüft Ihren Fall nicht. Fragen wie die Abgrenzung von Informationsseite und Verbrauchervertrag, die Behandlung von Drittanbieter-Tools oder die Berechnung der Schwellenwerte hängen von Einzelheiten ab. Klären Sie sie mit der WKO, dem Sozialministeriumservice oder einer Rechtsvertretung.

Planen Sie eine neue Website, lässt sich Barrierefreiheit am einfachsten von Anfang an einbauen, weil Kontrast, Struktur und Formulare ohnehin entworfen werden. Wir bauen Websites mit sauberem Code und mobile-first (mehr dazu unter Webdesign Wien). Eine formale Konformitätsprüfung ist eine eigene Disziplin; wie weit Sie gehen müssen, besprechen wir gern im kostenlosen Erstgespräch. Und damit die Seite nach dem Start nicht wieder verfällt, gehört die laufende Pflege dazu, etwa im Rahmen von Care & Growth.

Häufige Fragen

Muss meine Website seit 28. Juni 2025 barrierefrei sein?

Nicht automatisch. Das BaFG gilt für bestimmte Dienstleistungen für Verbraucher, etwa Webshops und Online-Terminbuchungs-Tools. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen erbringen, sind ausgenommen. Eine reine Informationsseite oder ein reines B2B-Angebot ist nach dem Wortlaut nicht erfasst. Im Zweifel fragen Sie die WKO oder eine Rechtsvertretung.

Was ist ein Kleinstunternehmen im Sinn des Gesetzes?

Ein Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten, das entweder höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz erzielt oder höchstens 2 Millionen Euro Jahresbilanzsumme hat (§ 3 Z 19 BaFG). Es müssen beide Bedingungen zusammen erfüllt sein.

Welche Norm gilt: WCAG 2.1, WCAG 2.2 oder EN 301 549?

Das Gesetz verweist auf harmonisierte Normen. Derzeit ist laut AccessibleEU die EN 301 549 v3.2.1 die Referenz, die auf WCAG 2.1 AA beruht. Die neue v4.1.1 mit WCAG 2.2 ist veröffentlicht, aber noch nicht im Amtsblatt zitiert. Wer nach WCAG 2.2 AA arbeitet, ist für beide Fassungen gut aufgestellt.

Reicht ein automatischer Barrierefreiheits-Scan?

Nein. WebAIM betont, dass automatische Werkzeuge nicht alle Fehler finden und eine Auswertung ohne erkannte Fehler keine Konformität belegt. Tastaturtest, Prüfung von Texten und Formularen und ein Blick auf Drittanbieter-Tools gehören dazu.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Rechtsberatung. Stand der Rechtsquellen und Normen: Oktober 2026.

Quellen

  1. Barrierefreiheitsgesetz, BGBl. I Nr. 76/2023. Bundeskanzleramt, Rechtsinformationssystem (RIS). Kundmachung 19.07.2023, in Kraft seit 28.06.2025.
  2. Barrierefreiheitsgesetz. Sozialministerium. Abgerufen im Oktober 2026.
  3. Verpflichtende Meldung der Nichtkonformität. Sozialministeriumservice. Abgerufen im Oktober 2026.
  4. Barrierefreiheitsgesetz im E-Commerce. Wirtschaftskammer Österreich. Stand 04.09.2025.
  5. Informationen zum Barrierefreiheitsgesetz. Wirtschaftskammer Österreich. Abgerufen im Oktober 2026.
  6. Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2. W3C. Empfehlung vom 12. Dezember 2024.
  7. The European accessibility standard EN 301 549 has been updated. AccessibleEU (Europäische Kommission). 7. September 2026.
  8. The WebAIM Million, 2026 report. WebAIM. Daten vom Februar 2026.

Since summer 2025 many businesses have asked: does my website have to be accessible now? The honest answer: it depends on what you offer and how big you are. For many SMEs the obligation does not apply, but accessibility still pays off.

What the Accessibility Act has regulated since 28 June 2025

The Barrierefreiheitsgesetz (BaFG, Federal Law Gazette I No. 76/2023) came into force on 28 June 2025. It sets binding accessibility requirements for certain products and services so that people with disabilities can use them independently. You can read this in Sections 1 and 37 of the statute in the Federal Legal Information System. WKO names EU Directive 2019/882 as its basis (WKO, Accessibility Act in e-commerce, in German).

The scope matters: the BaFG is not a general website law. Section 2 lists the products and services it covers, for example banking services, electronic communications, e-books and e-commerce services. Section 3 no. 27 defines the latter as distance services provided electronically, at an individual consumer's request, with a view to concluding a consumer contract through websites or mobile devices.

According to WKO this applies in particular to web shops, booking portals and online appointment booking tools, even where the booked service itself would not fall under the Act. If you let consumers book appointments on your own site, take a closer look (more on the technical side in our article on online appointment booking for practices).

Does it apply to your website? The micro-enterprise exemption

Two questions usually decide it: whom do you serve, and how big is your company? The Act covers services provided for consumers (Sec. 2 para. 2). Pure B2B offers fall outside that wording. And under Sec. 6 para. 1, micro-enterprises that provide services are exempt from the requirements and from all related obligations.

Under Sec. 3 no. 19, a micro-enterprise employs fewer than ten people and either has annual turnover of at most EUR 2 million or an annual balance sheet total of at most EUR 2 million. The Ministry of Social Affairs confirms both on its page on the Accessibility Act (in German).

Decision aid: does the Austrian accessibility act apply to your website?Two questions lead to the result. Does the business offer consumers an online shop, booking or subscription? If not, the service is not covered by the wording. If yes: a micro-enterprise is exempt, otherwise the accessibility requirements apply.Question 1Do you offer consumersan online shop, bookingor subscription?Question 2Under 10 employeesAND turnover or balancesheet up to EUR 2m?Result: obligationWebsite, shop andbooking tools mustbe accessible;info per Sec. 14.YesNoNoYesResultNot covered by thewording. If unsure, askthe authority or WKO.ResultAs a service providerexempt from therequirements (Sec. 6).
Simplified from Sec. 2, Sec. 3 no. 19 and 27, Sec. 6 and Sec. 14 BaFG (RIS, Federal Law Gazette I No. 76/2023). Not legal advice.
Your situationAssessment based on the statute and WKO
Web shop for consumers, company with 10 or more employeesLikely covered. Requirements and information duties apply.
Web shop for consumers, micro-enterpriseExempt as a service provider (Sec. 6). WKO still recommends early implementation because later rebuilds are likely to be more costly.
Online appointment booking for consumers, mid-sized businessCovered according to WKO, even if the service itself would not fall under the Act.
B2B offer only, no consumer contractsThe Act refers to services for consumers. Not covered under the wording.
Information site without order or booking functionThe definition presupposes a consumer contract being concluded. If in doubt, have it checked.
Public bodyThe Web Accessibility Act (WZG) applies, not the BaFG (according to WKO).

Where the exemption ends

The exemption is not a free pass for every small business. Makers and sellers of the products named in the Act fall under different rules; micro-enterprises dealing with products get only relief measures. If your company grows beyond the thresholds, the exemption no longer applies. WKO also expressly points out that the Federal Disability Equality Act (BGStG) must still be observed.

There is a plain business reason too: a website that works with a keyboard, a screen reader or large type is easier for everyone to use. That belongs to a mobile-first website for SMEs.

WCAG and EN 301 549: what to follow

The BaFG itself does not spell out web standards in detail. But there is a presumption of conformity: if an offering complies with harmonised standards whose references have been published in the Official Journal of the EU, conformity is presumed (Sec. 5 para. 1). WKO writes that in practice the W3C's Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) are used, and that most clauses of EN 301 549 are identical to the WCAG 2.2 criteria.

According to AccessibleEU, a service of the European Commission, EN 301 549 v4.1.1 was published in September 2026 and is based on WCAG 2.2 instead of 2.1. Until it is formally cited in the Official Journal, however, version 3.2.1 from 2021, based on WCAG 2.1 Level AA, remains the legal reference (AccessibleEU, 7 September 2026).

In practice that means: aim for WCAG 2.2 Level AA (W3C Recommendation of 12 December 2024). It does not guarantee that you will pass every official review.

The most common failures are the simplest

Each year WebAIM automatically analyses one million home pages. In the 2026 edition 95.9% of pages had detectable WCAG failures, and 96% of all errors found fell into just six categories. Those six have been the same for seven years.

Most common automatically detected accessibility errors, 2026Bar chart. Share of the analysed home pages with each error according to the WebAIM Million 2026: low contrast text 83.9 percent, images without alternative text 53.1 percent, form inputs without labels 51 percent, empty links 46.3 percent, empty buttons 30.6 percent, missing document language 13.5 percent.Share of home pages with this errorLow contrast text83.9%Images without alt text53.1%Form inputs without label51%Empty links46.3%Empty buttons30.6%Page language missing13.5%Sample: 1,000,000 home pages, February 2026.
Source: WebAIM, The WebAIM Million 2026 (data from February 2026). Only automatically detectable errors are counted, so real values are likely higher.

That is good news for small businesses: you do not have to solve everything at once. WebAIM itself points out that automated tools have limits and that a clean result does not prove conformance. A scan does not replace a manual test.

Practical steps: contrast, alt text, keyboard and more

Each step is cheap and effective (criteria from WCAG 2.2).

1. Check contrast

Text needs a contrast ratio of at least 4.5:1 against its background, and large text at least 3:1 (success criterion 1.4.3, Level AA). Check body text, buttons, form labels and text on images. Light grey on white is the classic.

2. Write alternative texts

Every meaningful image needs a text alternative that serves the equivalent purpose (1.1.1, Level A). Describe what the image does, not just what it shows. Purely decorative images get an empty alt attribute so screen readers skip them. An image used as a link needs text that names the link target.

3. Operate by keyboard

All functionality must work without a mouse (2.1.1, Level A), and the keyboard focus must be visible (2.4.7, Level AA). Press the Tab key on your site and work through the menu, a form, the booking flow and the cookie banner. If you cannot see where you are, that is a bug. More on the banner in our article on the cookie banner for SME websites.

4. Label forms

Every input field needs an associated label (3.3.2, Level A). According to WebAIM, 33.1% of form inputs on the analysed home pages were not properly labelled. Placeholder text is no substitute because it disappears while typing.

5. Click targets, language, headings

Clickable elements should be at least 24 by 24 CSS pixels or have enough spacing (2.5.8, new in WCAG 2.2). The page language belongs in the HTML (3.1.1). Headings should reflect the structure because screen reader users navigate by them.

6. Check third-party tools

Appointment booking, payment modules and cookie banners often come from third parties. The Act excludes third-party content only where you neither fund, develop nor control it (Sec. 2 para. 3 no. 4). A tool you choose and embed yourself is therefore not automatically out of scope. Ask vendors about their accessibility statements first.

If you want to know where your site stands, the free website check for SMEs works as a first self-test. It does not replace a formal WCAG review.

Required information, reporting and penalties

Anyone covered must do more than rebuild the site. Under Sec. 14 para. 2, the information listed in Annex 3 must be prepared and made available to the public. WKO describes the content as a general description of the service, an explanation of how the requirements are met, and a list of inaccessible parts with reasons. Publish it where visitors can find it, like a legal notice (see required details for imprint and privacy policy).

If a service provider finds that its offering does not meet the requirements, it must report this without delay to the Sozialministeriumservice under Sec. 14 para. 4 and describe the corrective measures. According to the Sozialministeriumservice, reports go in by e-mail; failing to report is, per that page, an administrative offence carrying a fine of up to EUR 16,000.

On penalties, Sec. 36 provides fines of up to EUR 80,000 for breaching the requirements. Where the offence is committed by a micro-enterprise or a small or medium-sized enterprise, the cap is EUR 50,000. First, though, under Sec. 28 the Sozialministeriumservice requires the provider to take corrective measures within a reasonable period. On transition periods, WKO expressly notes that operating a web shop itself is not covered by the transition period, so existing shops may have been in scope since 28 June 2025.

When this does not fit

Not every business needs an accessibility project right now. For a micro-enterprise, a mainly B2B business or a pure information site, the Act's wording creates no direct obligation. The practical steps are then often enough, done alongside your next relaunch (see the website relaunch checklist).

This article puts things in context, it does not assess your case. The line between an information site and a consumer contract, third-party tools or the threshold calculation depend on details. Clarify them with WKO, the Sozialministeriumservice or legal counsel.

If you are planning a new website, building accessibility in from the start is simplest, because contrast, structure and forms are designed anyway. We build websites with clean code and mobile-first (more under web design in Vienna). A formal conformance review is a discipline of its own; we are happy to discuss how far you need to go in the free initial call. And so the site does not decay after launch, ongoing maintenance belongs to it, for instance within Care & Growth.

Frequently asked questions

Does my website have to be accessible since 28 June 2025?

Not automatically. The BaFG applies to certain consumer services, such as web shops and online appointment booking tools. Micro-enterprises providing services are exempt, and a pure information site or B2B-only offer is not covered under the wording. If in doubt, ask WKO or legal counsel.

What is a micro-enterprise under the Act?

A company with fewer than ten employees that either has annual turnover of at most EUR 2 million or an annual balance sheet total of at most EUR 2 million (Sec. 3 no. 19 BaFG).

Which standard applies: WCAG 2.1, WCAG 2.2 or EN 301 549?

The Act refers to harmonised standards. According to AccessibleEU, EN 301 549 v3.2.1, based on WCAG 2.1 AA, is currently the reference. The new v4.1.1 with WCAG 2.2 is published but not yet cited in the Official Journal. If you work to WCAG 2.2 AA you are well placed for both versions.

Is an automated accessibility scan enough?

No. WebAIM stresses that automated tools do not find all errors and that a result with no detected errors does not prove conformance. A keyboard test, a review of texts and forms and a look at third-party tools are part of it.

Note: This article provides general information and is not legal advice. Status of legal sources and standards: October 2026.

Sources

  1. Barrierefreiheitsgesetz, BGBl. I Nr. 76/2023. Federal Chancellery, Legal Information System (RIS). Promulgated 19.07.2023, in force since 28.06.2025.
  2. Barrierefreiheitsgesetz. Federal Ministry of Social Affairs (Sozialministerium). Accessed October 2026.
  3. Verpflichtende Meldung der Nichtkonformität. Sozialministeriumservice. Accessed October 2026.
  4. Barrierefreiheitsgesetz im E-Commerce. Austrian Federal Economic Chamber (WKO). Status 04.09.2025.
  5. Informationen zum Barrierefreiheitsgesetz. Austrian Federal Economic Chamber (WKO). Accessed October 2026.
  6. Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2. W3C. Recommendation of 12 December 2024.
  7. The European accessibility standard EN 301 549 has been updated. AccessibleEU (European Commission). 7 September 2026.
  8. The WebAIM Million, 2026 report. WebAIM. Data from February 2026.

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